Interview mit Janina Hartwig und Fritz Wepper

Schwester Hanna (Janina Hartwig) versucht Wöller (Fritz Wepper) von ihrer Meinung zu überzeugen.
Schwester Hanna versucht Wöller von ihrer Meinung zu überzeugen. | Bild: ARD/Barbara Bauriedl

Frau Hartwig, Sie verkörpern seit elf Jahren Schwester Hanna. Bei Ihnen, Herr Wepper, sind es sogar bereits 16 Jahre, in denen Sie Bürgermeister Wolfgang Wöller darstellen. Wie halten Sie Ihre Figuren lebendig und frisch? Was muss man als Schauspieler beachten, wenn man eine Rolle so lange spielt?

Fritz Wepper: Das ist natürlich nicht nur unsere Leistung. Es ist auch den Drehbuchautoren zu verdanken – und dem ganzen Team. Wir arbeiten auch immer wieder mit sehr guten Regisseuren wie derzeit mit Nikolai Müllerschön und Dennis Satin, die ganz feinsinnige, tolle Momente in die Serie gebracht haben, und ich glaube, das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Janina Hartwig: Wenn man so lange eine Rolle verkörpert, ist es ganz wichtig, dass der Spaß erhalten bleibt. Das hängt natürlich davon ab, ob die Drehbücher stimmen, und dass man immer wieder schauspielerisch gefordert wird. Aber natürlich ist es auch anstrengend, jeden Tag frisch, ausgeruht und gut vorbereitet ans Set zu kommen. Da muss man sich disziplinieren. Gott sei Dank sind wir ja mittlerweile wie eine große Familie.

Kennt man den anderen nach so langer gemeinsamer Arbeit eigentlich in- und auswendig oder lernt man sich doch immer wieder neu kennen? Gibt es auch Überraschungen?

Fritz Wepper: Also wenn dem so wäre, dann müsste man dem Ganzen Routine unterstellen – das ist aber nicht der Fall! Dadurch, dass wir immer neue Geschichten erzählen und uns ständig auf neue Situationen einlassen, bleibt es immer erfrischend und lebendig.

Janina Hartwig: Wir entwickeln uns ja auch menschlich weiter – hoffe ich doch zumindest. Und so entdecken wir immer wieder neue Seiten am anderen. Gleichzeitig kennen wir uns als Kollegen so gut, dass wir in den Spielszenen, die wir gemeinsam erarbeiten, gar nicht viele Worte brauchen. Das ist auch großartig! Für mich ist das Zusammenspiel mit Fritz und den anderen Schauspielern immer wieder ein großer Spaß und nach elf Jahren noch keine Routine.

Für viele Zuschauer sind Sie fester Bestandteil des Fernsehabends am Dienstag im Ersten. Werden Sie oft mit Ihrem Rollennamen angesprochen? Und falls ja – stört Sie das?

Fritz Wepper: Ach nein, das stört mich nicht! Das ist schließlich auch eine Rolle, die ich seit vielen Jahren spiele. Und es ist schön, dass die Menschen auch jetzt immer noch sehr interessiert daran sind, wann die neuen Staffeln starten und wie es weitergeht. Und es sind ja auch unsere Zuschauer, die "Um Himmels Willen" am Leben erhalten.

Janina Hartwig: Klar, auch ich werde schon mal mit dem Rollennamen angesprochen. Das stört mich aber meist nicht. Zum einen ist das eine Bestätigung, dass ich den Leuten im Gedächtnis bleibe und sie sich mit der Figur auseinandersetzen. Zum anderen weiß ich selbst ja, dass ich nun mal Schauspielerin bin und Schwester Hanna derzeit Teil meines Lebens ist.

So viele Geschichten sind erzählt worden. Gibt es etwas, was sie unbedingt noch in der Serie spielen möchten?

Fritz Wepper: Nicht unbedingt. Also ich meine, ich möchte gerne Methusalem spielen, aber das kann man der Serie wohl nicht zumuten (lacht). Der wurde schließlich 969 Jahre alt!

Janina Hartwig: Ich möchte da immer die frechen Antworten geben (lacht). Nein, ich freue mich auf jede Herausforderung! Ich liebe es, die ungewöhnlichen Szenen zu drehen. Wie damals, als ich Fallschirm springen durfte, getanzt und gesungen habe. Als Schauspielerin freue ich mich immer auf Geschichten, die Hanna an ihre Grenzen bringen. Ich staune auch jedes Mal wieder, was den Autoren alles einfällt. Auch in dieser Staffel wird es wirklich witzig. Und es wird auch noch einen Film im Film geben – aber mehr verrate ich nicht.

17. Staffel, ein Riesenerfolg für eine Primetime-Serie. Wie erklären Sie sich die anhaltende Beliebtheit von "Um Himmels Willen"?

Janina Hartwig: Ich denke, dass der Humor, der sich ja durch alle Drehbücher zieht, ganz wichtig ist für den Erfolg. Die Figuren sind etwas Besonderes, sehr liebevoll gezeichnet und lebendig geschrieben. Und über die Jahre hat sich die Serie immer weiter entwickelt. Sowohl technisch als auch inhaltlich. Wir erzählen relevante, aktuelle Geschichten, die der Lebensrealität der Zuschauer sehr nahe kommen. Auch wenn man uns "heile Welt" vorwerfen mag, so ist es meines Erachtens besonders wichtig, die Menschen mit einem hoffnungsvollen Gefühl zu entlassen. Bei uns gehen die Geschichten immer gut aus, weil Probleme mit Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe angegangen werden. Das ist weder altmodisch noch kitschig, sondern in der heutigen Zeit eher ein Wink mit dem Zaunpfahl.

Fritz Wepper: "Um Himmels Willen" lebt von unserer Motivation – es macht einfach Spaß, die Geschichten zu spielen, das überträgt sich auf die Zuschauer, auch in der 17. Staffel.

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