Gespräch mit Marleen Lohse

Marleen Lohse als Jule Christiansen.
Marleen Lohse als Jule Christiansen. | Bild: NDR/ARD Degeto / Gordon Timpen

Frau Lohse, Jule Christiansen hat es endlich geschafft: Es kam zum ersehnten Kuss zwischen ihr und Hauke Jacobs!

Na ja, nach einem zaghaften Kuss kann man noch nicht von einem Erreichen des Ziels sprechen. Klar ist sie glücklich darüber, dass es endlich dazu gekommen ist. Aber wenn Hauke Jacobs jetzt nicht den zweiten Schritt macht, wird Jule sich nicht trauen, mehr zu unternehmen. Dazu ist sie trotz ihrer Forschheit doch zu zurückhaltend. Außerdem hat sie neuerdings mit Timo, dem attraktiven Hamburger Kollegen von Hauke, der überraschend auftaucht, einen neuen jungen Mann im Blick. Timo ist entscheidungsfreudiger und direkter als Hauke, und das löst bei Jule plötzliches Herzklopfen aus. Mal sehen, wie sich das alles entwickelt!

Inwieweit hat sich denn Ihre Figur verändert?

Sie hat sich in den Jahren schon sehr verändert. Anfangs war Jule sehr aufgedreht, redete ununterbrochen, war immer in Bewegung. In den letzten fünf Jahren ist sie ruhiger geworden und nicht mehr so stürmisch. In der Geschichte „Gold!“ gefiel mir ein neuer Zug an ihr besonders: Sie, die ja zunächst auch von dem angeblichen Goldrausch erfasst wird, hält plötzlich inne, als sie statt des erhofften Goldes einen kleinen Hasen findet. Da erkennt sie, was in ihrem Leben wirklich zählt: nicht die Jagd nach Reichtum, sondern andere Werte. Jule hat an Tiefe gewonnen und das finde ich sehr schön. So einen langen Zeitraum wie mit Jule habe ich bislang noch mit keiner Figur verbracht. Das ist das Reizvolle und Besondere, wenn man die Möglichkeit hat, für eine TV-Reihe vor der Kamera stehen zu dürfen.

Empfinden Sie es als Bereicherung, dass unterschiedliche Regisseure die Folgen zu der Reihe "Nord bei Nordwest“ inszenieren und wechselnde Autoren die Drehbücher dazu schreiben?

Es ist schön, wenn man bekannte Regisseure wiedertrifft, aber auch spannend, wenn jemand Neues eine andere Farbe hereinbringt. Ich finde zum Beispiel, dass Niels Holle die Tonlage von Holger Karsten Schmidt, der die ersten sieben Geschichten geschrieben hat, sehr gut getroffen hat. "Frau Irmler" ist ein absurd-düsterer Krimi mit einer großen Portion Humor. Das Buch fand ich toll.

Teilen Sie auch Jule Christiansens Leidenschaft für Tiere?

Absolut! Ich bin ein großer Tierfreund, bin mit Katzen aufgewachsen und habe Reiten gelernt. Aber seit ich in Berlin lebe und einen Beruf habe, für den ich viel unterwegs bin, kann ich leider kein Tier mehr halten.