Gespräch mit Hinnerk Schönemann

Hauke (Hinnerk Schönemann) mit Lasse Myhr bekommt Besuch aus seiner Hamburger Vergangenheit.
Hauke mit Lasse Myhr bekommt Besuch aus seiner Hamburger Vergangenheit. | Bild: NDR/ARD Degeto / Gordon Timpen

Herr Schönemann, was ist für Sie das Besondere an den beiden Geschichten "Gold!" und "Frau Irmler"?

In "Gold!" kann Hauke Jacobs mit seiner dunklen Vergangenheit abschließen – er ist nun ein freier Mann. Endlich darf er loslassen und muss keine Geheimnisse mehr mit sich herumtragen. Allerdings kann er einfach nicht über seinen Schatten springen und es fällt ihm nach wie vor nicht leicht, über sich zu sprechen. Das Besondere an dem Film "Frau Irmler" ist Rosa Enskat, die die Rolle spielt. Sie ist der absolute Knüller! Egal, was Rosa Enskat macht – sie dockt bei mir an. Und auch das visuelle Bild der beiden Bestatter Herr Töteberg und Frau Bleckmann – ihre Mimik, ihre Art, ihre Konstüme – das ist einfach toll. Die beiden in ihrem eigenen Kosmos agieren zu sehen, der im positiven Sinne verstörend ist, ist großartig! Da entsteht so viel Komik aus der Situation heraus. Und nicht nur bei diesen beiden Figuren. Niels Holles Buch ist sehr stark und ich bin sicher, dass auch Holger Karsten Schmidt, der die bisherigen Bücher zu dieser Reihe schrieb und die Tonlage vorgab, das so sieht.

Was sollte ein Regisseur, was eine Regisseurin haben, damit Sie ihm, ihr vertrauen?

Er oder sie muss mir vertrauen. Wenn er oder sie mutig ist, mir Vertrauen zu schenken, dann steht einer guten Zusammenarbeit nichts im Wege. Für mich ist es ganz wichtig, dass ich Freiräume bekomme, mich auszuprobieren, und auch einmal etwas anbieten kann, was man von meiner Figur nicht erwartet hätte. Ich möchte den Zuschauer und mich immer wieder aufs Neue überraschen. Ich darf mich in meinem Spiel nicht beschnitten fühlen.

Worin liegt für Sie der Reiz dieser Reihe?

Die Geschichten von "Nord bei Nordwest" bauen aufeinander auf. Jetzt, wo Hauke Jacobs sich nicht mehr als verdeckter Ermittler verstecken muss, birgt die Figur großes Entwicklungspotential. Da ist noch viel Luft nach oben! "Nord bei Nordwest" bietet auch die Möglichkeit, Bewegung in die Konstellation der Hauptcharaktere zu bringen, zum Beispiel zwischen Hauke Jacobs, Lona Vogt und Jule Christiansen. Ich kann jetzt schon so viel verraten: Es wird sehr spannend und es wird sich alles dramatisch verändern.