Gespräch mit Henny Reents

Henny Reents als Lona Vogt.
Henny Reents als Lona Vogt. | Bild: NDR/ARD Degeto / Gordon Timpen

Frau Reents, was mochten Sie an der Geschichte "Gold!“, was an "Frau Irmler“?

Ich finde, "Frau Irmler" besticht durch ihre vielen absurden und tragisch-komischen Momente und durch die unglaublich zauberhafte Darstellung von Rosa Enskat alias Frau Irmler. Mehr möchte ich noch gar nicht verraten, aber ich finde, dass es einer der stärksten "Nord bei Nordwest"-Folgen geworden ist.

Lona Vogt hat als Dorfpolizistin die Hosen an, greift aber zunehmend auf die Erfahrung von Hauke Jacobs zurück. Was hat er, was sie nicht hat?

Lona ist eine Einzelkämpferin. Sie greift aber immer wieder gern auf den Erfahrungsschatz von Hauke Jakobs zurück und tauscht sich mit ihm aus. Die beiden sind sozusagen "Partners in Crime". Außerdem besteht eine Anziehung zwischen beiden, die jedoch unausgesprochen und immer in der Schwebe bleibt. Beide können nicht "mit", aber auch nicht "ohne" den Anderen.

Inwiefern macht es Spaß, inwiefern ist es eine Herausforderung, die Figur in einer Reihe zu spielen?

Für mich war es eine Herausforderung, eine Figur zu spielen, die vom norddeutschen Charme geprägt ist – eine Person, die das Herz auf dem rechten Fleck hat und nicht viele Worte verliert. Vieles verläuft nonverbal und über Blicke. Man lernt nach und nach immer mehr Facetten seiner Figur kennen und kann sich ausprobieren. Außerdem war es meine erste Hauptrolle in einer Krimireihe. Da übernimmt man doch eine gewisse Verantwortung.

Wie sind Sie bei der Auswahl von Filmstoffen? Nach welchen Kriterien entscheiden Sie sich für einen Filmstoff?

Jeden Schauspieler reizt erst mal die neue Herausforderung. Wenn ich ein neues Buch lese, sollte der Funke überspringen und es muss mich emotional packen. Bei "Nord bei Nordwest" hat mich das Format mit dieser schrägen komisch-tragischen Tonlage gereizt. Außerdem wollte ich unbedingt mit Hinnerk Schönemann zusammenspielen, der einfach ein unglaublich komödiantisches Talent hat. Direkt nach dem Casting habe ich meiner Agentin erzählt: "Ich glaub, das wird leider Nichts." Aber dann kam doch der Anruf mit der Zusage. Und ich hab mich riesig gefreut!

Was macht aus Ihrer Sicht den Erfolg dieser Reihe aus?

Ich glaube, den Erfolg dieser Reihe machen der norddeutsche Charme aus und die wunderbare Chemie zwischen den Schauspielern, die zum festen Ensemble gehören und ihre Rollen ernst nehmen und sich sehr einbringen. Nicht vergessen darf man unsere Autoren Holger Karsten Schmidt und Niels Holle, die eine großartige Arbeit leisten und mit ihren Büchern den Grundstein für alles gelegt haben.

Sind Sie vor Drehtagen eigentlich nervös, machen Sie sich selbst Druck?

Das ist sehr unterschiedlich. Als Erstes geh ich gern morgens zum Catering, trinke meinen Kaffee und plausche ein bisschen mit Kollegen und dem Team. Das bringt mich immer runter.

Was sollte ein Regisseur oder eine Regisseurin haben, dass Sie sich öffnen beziehungsweise fallen lassen?

Ich liebe es, wenn Regisseure ihre Geschichte wirklich erzählen wollen und für ihre Arbeit brennen. Dann fühle ich mich eingeladen, diesen Weg mit ihnen zu gehen. Das Öffnen kommt dann von ganz allein.