Fragen an Anja Kling

Andrea (Anja Kling) mit ihrer Mutter Helga (Christine Schorn)
Andrea ist mit ihrer Mutter Helga in Italien. Doch die Reise läuft anders, als geplant.  | Bild: ARD Degeto / Reiner Bajo

Sie haben während Ihrer Karriere sowohl die Rolle der Mutter als auch – wie hier – die der Tochter gespielt – worin finden Sie sich mehr wieder?

Das kann ich so nicht beantworten. Ich bin in meinem echten Leben sowohl Mutter als auch Tochter. Beides lebe ich sehr intensiv und liebe die direkte Nähe zu meinen Eltern, die gleich nebenan wohnen.

"Urlaub mit Mama" – aus einem minutiös geplanten Kurztrip nach Verona wird plötzlich eine Odyssee. Haben Sie eine ähnliche Situation schon einmal erlebt?

Tatsächlich, als ich vor vielen Jahren "Vom Ende der Liebe" mit Till Endemann in Baden-Baden gedreht habe, brach in Island ein Vulkan aus. Die Aschewolke zog über Deutschland hinweg und legte den kompletten Flugverkehr lahm. Ich hatte meine vierjährige Tochter am Wochenende dort und wollte sie eigentlich wieder nach Hause bringen. So aber musste sie da bleiben und war dann auch mit am Set. Alle waren sehr lieb zu ihr und ich konnte mich abends mit ihr ins Hotelbett kuscheln. Ich fand die unabsichtliche Verlängerung ihres Aufenthaltes also ausgesprochen schön und habe die Zeit mit ihr alleine sehr genossen.

Andreas Mutter Helga hat immer einen Ratschlag parat: Hören Sie auf die Ratschläge ihrer Mutter? Und welcher ist Ihnen bis heute in Erinnerung geblieben?

Der Rat meiner Mutter ist mir sehr wichtig, sie ist ja auch meine Agentin. Sie liest alle mir angebotenen Drehbücher und dann reden wir darüber. Meistens sind wir uns einig in unserem Empfinden und wenn nicht, überprüfe ich meine von ihr abweichende Meinung nochmal kritisch, bevor ich eine Entscheidung treffe.

Die Frage nach dem Glücklichsein im Leben zieht sich wie ein roter Faden durch den Film. Die Figur Andrea sagt, sie sei "normal glücklich" – was bedeutet für Sie Glück?

Aus meiner Sicht gibt es kein dauerhaftes Glück, nur glückliche Momente. Wenn man davon viele hat, darf man sich schon sehr glücklich schätzen. Ich empfinde zum Beispiel Glück, wenn es den Menschen, die ich liebe, gut geht. Auch das Gefühl zu lieben oder geliebt zu werden, löst ein großes Glücksgefühl aus. Sonne und Meer können mich glücklich machen und das fröhliche Lachen meiner Kinder auch.

Zu ihrer Mutter haben Sie ein sehr harmonisches Verhältnis – wohnen sogar nur einen Steinwurf entfernt. Nehmen Sie sich trotz der Nähe noch bewusst Zeit für Mutter-Tochter-Erlebnisse?

Das muss ich mir mit meiner Mutter nicht nehmen. Durch unsere Wohnsituation ergibt sich das ganz von allein.

Vom gleichen Schlag: Glauben Sie, dass Mutter und Tochter ein besonderes Verhältnis zueinander haben – auch wenn die Charaktere, wie im Film, scheinbar gegensätzlich sind?

Sicher kann man das nicht allgemein beantworten, das ist in jeder Familie individuell zu betrachten. Mein Verhältnis zu meiner Mutter, aber auch das Verhältnis zu meinem Vater, ist sehr besonders. Liebevoll, frohsinnig und sehr inniglich, was nicht heißt, dass wir nicht auch hin- und wieder Meinungsverschiedenheiten haben.

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