Fragen an Regisseur Florian Baxmeyer

Szenenbild aus dem Film: Die Hauptdarsteller auf einem Bazar.
Szenenbild aus dem Film: Die Hauptdarsteller auf einem Bazar.  | Bild: ARD Degeto / Olaf Raymond Benold

Warum eine Liebeskomödie im Iran? Was war Ihre Motivation?

Der Iran ist ein Land, in dem Regierung und Klerus sehr stark vorschreiben möchten, wie die Menschen zu leben und zu lieben haben. Ganz stark betrifft das natürlich die Frauen mit teils dramatischen Einschränkungen der persönlichen Freiheit. Vor diesem sehr ernsten Hintergrund lässt sich aber trotzdem – oder vielmehr: genau deswegen – sehr gut eine Liebeskomödie erzählen. Sich im Dschungel der Verbote als Westler in eine Perserin zu verlieben birgt einfach viel komisches Potential.

Liebe auf Persisch ist der erste deutsche TV-Film im Auftrag der ARD Degeto, der im Iran gedreht wurde. Mit welchen Schwierigkeiten hatten Sie es im Vorfeld zu tun?

Für die erste Reise ins Land haben wir zum Beispiel sehr kurzfristig keine Visa bekommen. Ansonsten hat im Vorfeld alles gut geklappt. Wir hatten aber auch sehr gute Partner auf iranischer Seite.

Auf welche Besonderheiten mussten Sie bei diesem Dreh achten?

Man muss lernen zu improvisieren. Es kann sein, dass sehr kurzfristig ein Drehort platzt weil die Drehgenehmigung plötzlich zurückgezogen wurde. Das hat dann "politische Gründe". Der Impuls, diesen nachzugehen, führt in der Regel ins Nichts und man landet in einer Art kafkaesken Sinnlosigkeit. Auf der anderen Seite waren aber auch spektakuläre Aufnahmen möglich, zum Beispiel im Bazar oder mitten im Teheraner Verkehr. So was könnte man in Deutschland nie machen.

Ihr Team kam größtenteils aus Teheran. Gab es kulturelle Unterschiede, die sich auf die Zusammenarbeit auswirkten?

Wir haben mit wirklich großartigen Leuten im Iran gearbeitet. Der Iran ist ja ein großes Filmland und spielt bei den internationalen Festivals zu Recht seit jeher eine wichtige Rolle und räumt Preise ab. Viele Mitarbeiter waren echte Cineasten und Filmverrückte. Der Unterschied bestand wohl am meisten darin, dass die Iraner manchmal nicht verstanden haben, warum wir uns immer und ständig so beeilen müssen. Sie waren der Meinung, wir hätten einfach ein paar Drehtage mehr veranschlagen sollen, um alles in Ruhe zu drehen.

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