Fragen an Marleen Lohse

Anja Mendt (Marleen Lohse)
Marleen Lohse in ihrer Rolle als Anja Mendt

Im Film spielen Sie eine junge Mutter, deren Kinder entführt werden. Was hat Ihnen die Rolle persönlich abverlangt?

Dieses Projekt hat mich tatsächlich an persönliche Grenzen geführt. Die dramatischen Ereignisse geschehen in diesem Film ja in kürzester Zeit. Somit war jeder Drehtag voll von wahnsinnig emotionalen Szenen. Es war eine anstrengende und doch wunderschöne Zeit. Als Schauspieler träumt man ja davon, in den Figuren an Grenzen und Orte zu gehen, die man als private Person strikt meidet. Ich habe an den freien Tagen dann alles in Zeitlupe gemacht. Bei diesen Dreharbeiten musste meine Freizeit so unspektakulär sein wie nur möglich.

Am Ende des Films soll Anja Mendt eine schwierige, eigentlich nicht zu bewältigende Entscheidung treffen. Was löst diese Vorstellung in Ihnen aus?

Das ist natürlich eine absolut perfide Vorstellung, die sofort das Blut in den Adern gefrieren lässt. Niemals möchte ich in eine vergleichbare Situation geraten. Gleichzeitig war ich von der Hauptfigur und der tatsächlichen Entscheidung sehr beeindruckt. Diese Klarheit in der Sekunde allergrößter Not hat mich fasziniert. Ich musste an das Theaterstück "Der Kaukasische Kreidekreis" von Bertolt Brecht denken. Der Instinkt dieser Mutter steht über Intellekt, Strategie oder Berechnung. Anja hält sich an die Spielregeln, aber schafft sich ihre eigene Realität. Eine wahre Löwenmutter. Ich hatte während der Dreharbeiten immer ein Bild von einer Löwin mit ihren Jungen dabei, um mich daran zu erinnern, mit welchem enormen Überlebensinstinkt Anja für ihre Kinder kämpft.

Welche Szene war für Sie die größte Herausforderung?

Der Moment, als der Entführer das erste Mal bei Anja anruft. Ab diesem Punkt beginnt der Albtraum der jungen Mutter. Bei den Dreharbeiten ging mir das durch und durch. Matthias Brandt ist ein großartiger Schauspieler. Er hat dieser Figur eine Ruhe und Tiefe verliehen, die seine Entschlossenheit auf eine beängstigende Weise verdeutlicht. Wir haben diese Szene mit zwei Kameras, zwei Teams und in zwei verschiedenen Zimmern gedreht. Das Setup war also genauso wie im Drehbuch. Es hatte etwas sehr Intimes. So realistische Grundvoraussetzung gibt es nur selten bei Dreharbeiten. Das war bei dieser harten Thematik dennoch eine große Herausforderung.

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