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EU-Baunorm: Risiko für die Sicherheit?

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EU-Baunorm: Risiko für die Sicherheit? | Video verfügbar bis 27.06.2019 | Bild: picture alliance / Rainer Hackenberg

Inhalt in Kürze
– Neue Verordnung soll freien Handel von Baustoffen in der Europäischen Union fördern.
– Hersteller müssen keinen Nachweis mehr erbringen, dass ihre Baustoffe frei von krebserregenden und das Erbgut verändernden Substanzen sind.
– In der deutschen Bauwirtschaft sorgt die EU-Norm für Verunsicherung.

Die Europäische Union hat nationale Baunormen abgeschafft und eine einheitliche europäische CE-Norm eingeführt. Bisher mussten sich Baustoffhersteller in jedem EU-Mitgliedsland einem Prüfverfahren unterziehen. Das ändert die Verordnung Nr. 305/2011 (EU-BauPVO) des Europäischen Parlaments: Hersteller müssen die Produkteigenschaften von Baustoffen nicht mehr auf einem Datensicherheitsblatt aufführen, wie es die entsprechenden DIN-Normen bisher in Deutschland vorschrieben. Und auf viele, möglicherweise gesundheitsgefährdende Stoffe, werden Baustoffe nicht mehr geprüft.

Verunsicherung in der Bauwirtschaft

Baustoffhandel
Lockert die EU den Brandschutz für den freien Handel? | Bild: picture alliance / Rainer Hackenberg

In der deutschen Bauwirtschaft sorgt die neue CE-Kennzeichnung für Verunsicherung. Hartwig Loewenstein, Präsident des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe, kritisiert vor allem zwei Änderungen: Baustoffhersteller müssten keinen Nachweis mehr erbringen, dass ihre Produkte frei von krebserregenden oder das Erbgut schädigenden Substanzen und von Giftstoffen wie Arsen oder Thalium sind.

Umweltbundesamt betont Vorteil der CE-Norm

Mögliche Vorteile der neuen CE-Norm nennt das  Umweltbundesamt auf seiner Website:

  • Hersteller müssen ihre Produkte im Binnenmarkt höchstens einmal pro Eigenschaft testen.
  • Die Mitgliedstaaten der EU dürfen unterschiedlich strenge Schutzniveaus und Grenzwerte beibehalten.
  • Die Europäische Harmonisierung von Prüfmethoden entlastet die Hersteller und ermöglicht einen Wettbewerb mit der Produktleistung.

Haftungsrisiko für Bauherren steigt

In Deutschland gelten zwar weiterhin die strengen Bauvorschriften, doch die Produkte werden nicht entsprechend getestet und zertifiziert. Das stellt Bauherren – Bauunternehmen, Architekten und Bauingenieure – vor Probleme, denn sie haften nach deutschem Recht. Durch die neue EU-Baunorm können sie derzeit kaum wissen, welche Substanzen in den verwendeten Baustoffen stecken. Selbst Gutachter, die bei Baurechtsstreitigkeiten vor Gericht eine möglichst objektive Einschätzung abgeben sollen, kommen oft nicht an die notwendigen Produktinformationen.

Bericht: Daniel Krull
Kamera: Kamera: D. Theobald, C. Rödiger, B. Zink
Schnitt: Thorsten Wenning

Stand: 31.07.2018 12:18 Uhr

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Norddeutscher Rundfunk
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