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PlayAusnahmezustand: Was wir wissen, was wir fürchten
Ausnahmezustand: Was wir wissen, was wir fürchten | Video verfügbar bis 22.03.2021 | Bild: Robert Michael, dpa

Nie zuvor hat der deutsche Staat in einem derartigen Ausmaß in das Leben der Menschen eingegriffen. Kommt jetzt sogar eine bundesweite Ausgangssperre, um die Ansteckungsketten mit dem Coronavirus zu durchbrechen? In einigen Regionen gibt es bereits Einschränkungen. Am Sonntag will die Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten der Länder in einer Telefonkonferenz über Ausgangsverbote beraten. Die Angst vor der Corona-Pandemie verändert unser Zusammenleben. Manche sehen die Freiheit in Gefahr, andere sehen darin Chancen für eine Neuordnung des Zusammenlebens. „Die Pandemie ist eine Bedrohung für unsere Gesellschaft“, sagt die Medizinethikerin Christiane Woopen. „Gesellschaftlich steuern wir auf einen tiefgreifenden Wandel zu. Wir erleben ein Wegbrechen von Strukturen, die uns ansonsten Sicherheit vermitteln, auf ganz vielen Ebenen, jeder Einzelne in seinem alltäglichen Leben, als ganze Gesellschaft und auch global.“

Wie lange können die Kliniken die Versorgung von Patienten gewährleisten? „Die Kliniken sind im Ausnahmezustand“, meint die Journalistin Cornelia Schmergal. Wie können wir die Medizin und die Zahl der Intensivbetten aufrüsten?

Welchen Schaden wird die Krise der deutschen Wirtschaft zufügen? Bei tausenden kleinen und mittleren Unternehmen wird das Geld knapp. Ab Montag können sie auf Kredite zurückgreifen. Reichen die Hilfen der Bundesregierung, um das Schlimmste abzuwenden oder sind Firmenpleiten unausweichlich? „Mittelständische Firmen sind ernsthaft bedroht, die Wirtschaftskrise könnte in manchen Bereichen aber auch zu einem Neustart führen“, meint die Journalistin Cerstin Gammelin.„Die Krise treibt die Digitalisierung in allen Bereichen in unserem Land voran“, meint der ARD-Wissenschaftsexperte Ranga Yogeshwar.

Darüber diskutiert WDR-Programmdirektor Jörg Schönenborn mit den Gästen:

Cerstin Gammelin, Süddeutsche Zeitung

Cornelia Schmergal, Der Spiegel

Christiane Woopen, CERES, Uni-Köln / Europ. Ethikrat

Ranga Yogeshwar, freier Wissenschaftsjournalist

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