SENDETERMIN Mo, 02.04.18 | 19:15 Uhr | Das Erste

Erlebnis Erde: Karibik (3) – Die Rückkehr der Blumentiere

Dreizehenfaultier
In den Baumwipfeln klettert das Dreizehenfaultier. | Bild: BR/Rübefilm

Die karibischen Küsten – wirklich eine Traumwelt? Rodungen hinterließen über weite Strecken Spuren der Verwüstung zu Land und zu Wasser. Doch oft erblüht an schon verloren geglaubten Orten binnen kurzer Zeit neues, unerwartetes Leben. Welche Tricks und Wege kennt die tropische Natur, sich anzupassen und Lebensräume zurückzuerobern? Sind diese danach dieselben?

Karettschildkröte am Riff
Die Karettschildkröte fühlt sich wohl am Riff. | Bild: BR/Rübefilm

Die hohen tropischen Stoffwechselraten begünstigen Wachstum und Anpassung mehr als in kälteren Regionen. Gerade bei den kleineren Eingriffen lässt sich beobachten, wie verschiedene natürliche Strategien der Wiederbesiedlung schnell zu neuem Wachstum führen können.

Die größte Baustelle Mittelamerikas, der Panamakanal, hat sich über hundert Jahre in einen Ort voller Leben zurückverwandelt. Krokodile schwimmen Seite an Seite mit den Riesenfrachtern, Spinnenaffen turnen auf den von Urwaldbäumen überwucherten Inseln im Kanal.

Der Kampf um die Herrschaft am Riff

Allerdings hat die Bodenabtragung besonders im Süden des Subkontinents, in Costa Rica und Panama, deutliche Spuren im Meer vor der Küste hinterlassen. Die Riffe wurden, zusätzlich zu den Auswirkungen von Wassererwärmung und -versauerung, von Sedimenten buchstäblich zugeschüttet. Über weite Strecken sind die Korallenstöcke erstickt, von Makroalgen überwuchert. Die "Blumentiere" der Karibik, wie Korallen auch gerne genannt werden, befinden sich in einem ständigen Kampf mit Schwämmen und Algen um die Herrschaft am Riff. In einem gesunden Ökosystem ist das im Gleichgewicht. Ändern sich die Umweltbedingungen wie Wassertemperatur und Nährstoffe, gerät das leicht aus den Fugen.

Der Panamakanal wird neuer Lebensraum.
Der Panamakanal | Bild: BR/Rübefilm

Der Film wartet auf mit spektakulären Bildern unter Wasser von fluoreszierenden Korallen, schwimmenden Korallenlarven und dem "Korallen-Spawning". Das Filmteam folgt Wissenschaftlern in unterirdische Höhlensysteme und begegnet Tieren aus einer anderen Zeit.

Die Folgen der Zerstörung

Am Ende steht die Erkenntnis, dass die Küsten und Riffe Zentralamerikas angeschlagen, aber nicht geschlagen sind. Die Natur weiß sich mit vielen erstaunlichen Tricks anzupassen und zu wehren. Klar ist aber auch: Millionen Jahre Evolution können nicht in wenigen Jahrzehnten ersetzt werden. Nach einer Zerstörung wird ein Lebensraum nie wieder derselbe sein.

Ein Film von Bernhard Rübe