SENDETERMIN Mo, 28.01.19 | 20:15 Uhr | Das Erste

Erlebnis Erde: Die größten Flüsse der Erde (3)

Die Bayous
Die "Bayous", so heißen die versumpften, langsam fließenden Gewässer von Louisiana, sind ein Paradies nicht nur für Wasservögel. | Bild: NDR/National Geographic Channel / Whitney Beer-Ker

Den Mississippi speist ein gewaltiges Netz an Quell- und Nebenflüssen. Die Flüsse durchziehen die USA von den Rocky Mountains im Westen bis zum Gebirgszug der Appalachen ganz im Osten. Aus fast der Hälfte der Fläche der Vereinigten Staaten fließt alles Wasser schließlich in den Mississippi und dann Richtung Süden in den Golf von Mexiko. Seinen Ursprung hat der Riese in schmalen, oft wenig bekannten Quellflüssen in den Ausläufern der Rockies. Hier dauert der Winter oft fünf Monate. Dann sind Milliarden Tonnen Wasser zu Eis und Schnee erstarrt und bis zum Frühling gefangen.

Vom winzigen Quellfluss zur Speisekammer der USA

Die Reise beginnt am Ufer des Gallatin. Nur dass man diesen kleinen Quellfluss des Missouri, der später in den Mississippi mündet, jetzt gar nicht sieht: Seine Eisfläche verschwindet im Weiß des Schnees. Nur die Fischotter wissen ganz genau, wo hier noch Wasser ist. Sie brauchen Löcher in der Eisdecke, um Beute machen zu können. Die Kojoten im Yellowstone Nationalpark haben es da besser: Hier sorgen die heißen Fontänen der Geysire dafür, dass der Madison River selbst bei -40 Grad eisfrei bleibt. Auch der Madison ist ein Quellfluss des Missouri, und indirekt damit ein Quellfluss des Mississippi. Auch er lässt bald die Hügellandschaft der Vorgebirge hinter sich und fließt durch die Prärien in den großen Ebenen.

Die Sümpfe von Louisiana sind perfekte Rückzugsgebiete für Alligatoren.
Die Sümpfe von Louisiana sind perfekte Rückzugsgebiete für Alligatoren. | Bild: NDR/National Geographic Channel / Whitney Beer-Ker

Wenn bei St. Louis der Missouri River in den Mississippi fließt, wird der Fluss zum Strom: ein träger, schlammbrauner Goliath, der zur Speisekammer der USA wird. Auf seinem breiten Rücken werden Millionen Tonnen Güter in Richtung New Orleans und von dort in die ganze Welt befördert. Bald beginnen die Sümpfe des Südens, in denen sich der Strom in einem Labyrinth aus Wasserwegen, Inseln, Buchten und Feuchtgebieten zu verlieren scheint. Sie sind die Heimat von 270 Vogelarten und rund 65 Amphibien- und Reptilienarten. Dieser letzte Abschnitt des Flusses ist weltberühmt: das Tor zum tiefen Süden der USA. In New Orleans liegt der wichtigste Hafen der westlichen Hemisphäre – und das gewaltige Mississippi-Delta mit seinen Geheimnissen – und allen heutigen Problemen.

Bilder und Geschichten des Mississippi

Der Filmemacher Simon Blakeney erzählt in dieser aufwendigen BBC-Produktion die Geschichte dieser so vielseitigen Lebensader der Vereinigten Staaten in einmaligen Bildern und schildert die spannendsten Geschichten der Welt des Mississippi atmosphärisch dicht, anrührend und spannend.

Ein dreiteiliger Film von Simon Blekeney