SENDETERMIN Mo, 19.06.17 | 22:45 Uhr | Das Erste

Die Story im Ersten: Operieren und kassieren

Die Story im Ersten

PlayOperationsbesteck auf einem Tisch
Operieren und kassieren – Ein Klinik-Daten-Krimi | Video verfügbar bis 19.06.2018

In Deutschland entscheidet häufig allein der Wohnort darüber, ob ein Patient operiert wird oder nicht. Das ist das Ergebnis einer aufwendigen Recherche im Auftrag des WDR. Ein Journalistenteam hat gemeinsam mit dem Heidelberger Institut für Theoretische Studien (HITS) erstmalig ein Computerprogramm entwickelt und damit die Daten des Statistischen Bundesamtes zu rund 130 Millionen Krankenhausaufenthalten analysiert. Die Auswertung zeigt, wie sehr die ärztliche Behandlung davon abhängt, wo ein Patient lebt und wie profitorientiert ein Krankenhaus ist.

Große regionale Unterschiede

Der Film macht deutlich, wie unzureichend das Kontrollsystem von Behörden und Krankenkassen ist: Selbst bei Verdacht auf unnötige und teure OPs gibt es kaum Handlungsmöglichkeiten. Die Dokumentation zeichnet das Bild eines Selbstbedienungsladens, in dem die Schlauen Millionen scheffeln und die Guten leicht untergehen können.
Sind manche Operationen unnötig?

Warum werden in den alten Bundesländern deutlich mehr Kaiserschnitte gemacht als in den neuen? Warum werden erstaunlich viele Kniegelenksprothesen ausgerechnet in Bayern eingebaut, die meisten Füße in einem Landkreis Thüringens amputiert? Warum werden in Osthessen im Vergleich zum Bundesdurchschnitt fast dreimal mehr Menschen am Rücken operiert?

Wie kann es in Deutschland zu solch extremen regionalen Unterschieden kommen?

Schattenreich der Gesundheitswirtschaft

Auf Grundlage einer aufwendigen Datenanalyse begibt sich der Film auf eine Reise ins Schattenreich der Gesundheitswirtschaft, in der jedes Jahr mehr als 300 Milliarden Euro umgesetzt werden. Er führt in Regionen, wo Patientinnen und Patienten auffällig häufig unters Messer kommen und nichts davon ahnen, dass ihre OP möglicherweise überflüssig und vielleicht sogar schädlich ist. Er seziert mit Hilfe von Insidern die Methoden, wie manche Kliniken massenhaft an Patienten und profitable Operationen kommen.

Warum werden in den alten Bundesländern deutlich mehr Kaiserschnitte gemacht als in den neuen? Warum werden erstaunlich viele Kniegelenksprothesen ausgerechnet in Bayern eingebaut, die meisten Füße in einem Landkreis Thüringens amputiert? Warum werden in Osthessen im Vergleich zum Bundesdurchschnitt fast dreimal mehr Menschen am Rücken operiert? Der Film klärt auf, warum es in Deutschland zu solch extremen regionalen Unterschieden kommen kann.
Unzureichende Kontrolle durch Behörden und Krankenkassen.

Das Journalistenteam deckt auf, dass viele Kranke sogar mehrfach operiert werden, obwohl eine Operation ausreichen würde. Das steigert den Profit – und das Risiko von Nebenwirkungen und Komplikationen für die Kranken.

Die Story im Ersten "Operieren und kassieren" macht deutlich, wie unzureichend das Kontrollsystem von Behörden und Krankenkassen ist: Selbst bei Verdacht auf unnötige und teure OPs gibt es kaum Handlungsmöglichkeiten.

Informationen im Internet

Interessierte können sich im Internet detailliert über die Situation an ihrem Wohnort informieren. Dort erhalten sie auch wichtige Hinweise, wie sich Patienten besser vor überflüssigen und riskanten Operationen schützen können. 

Ein Film von Meike Hemschemeier

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Mo, 19.06.17 | 22:45 Uhr
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Produktion

Diese Sendung wurde vom
Westdeutschen Rundfunk produziert.