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Fjorde, Nordkap und Polarlicht

PlayIm Winter reisen vor allem Polarlichtfans entlang der Hurtigruten. Und sie werden nicht enttäuscht.
Fjorde, Nordkap und Polarlicht | Video verfügbar bis 01.01.2020 | Bild: NDR / Sebastian Sievert

Sie gilt als die schönste Seereise der Welt: eine Fahrt entlang der norwegischen Fjordküste auf den Hurtigruten. Seit mehr als 125 Jahren verbinden die legendären Postschiffe die Küstenstädte und Dörfer an Norwegens zerklüfteter Küste.

Elf Schiffe sind noch heute täglich im Einsatz, um Touristen, Pendler und Fracht vom Süden Norwegens bis hinauf in die Barentssee zu transportieren. Eine beliebte Möglichkeit, entlang der spektakulären Westküste Norwegens zu reisen. Für Pauschaltouristen, aber auch für Pendler oder Touristen, die einfach ein Stück auf der berühmten Strecke mitfahren wollen. Noch bis vor wenigen Jahrzehnten waren die Hurtigruten die Lebensader Norwegens.

Eine malerische Reise

Start ist in Bergen in Südnorwegen. Die Reise führt über 2500 km die gesamte Küste hinauf – bis nach Kirkenes an der Barentssee. Über den Polarkreis hinweg, über die Lofoten, am Nordkap vorbei. Mit spektakulären Ausblicken auf die Fjorde und Inseln der norwegischen Küstenwelt.

Begleitet wird die "Kong Harald" und ihre Crew im Sommer die Küste hinauf bis in den hohen Norden. Die Sonne geht kaum unter, das gleißende Licht setzt die grünen Fjorde mit ihrer wunderschönen Landschaft in Szene. Blaues Meer, grüne Berghänge, rauschende Wasserfälle – nicht nur der Geiranger Fjord, das UNESCO-Weltkulturerbe, strahlt wie frisch gewaschen.

Die Lebensader Norwegens

Das Wetter ist launisch und oft rau. Ob im Sommer oder im Winter. Trotzdem traumhaft schön.
Das Wetter ist launisch und oft rau. Ob im Sommer oder im Winter. Trotzdem traumhaft schön. | Bild: NDR / Kristin Prüßing

Auf der Strecke liegen 34 Häfen – die malerischen Städte und Ortschaften an Norwegens West- und Nordküste kann man sich als Passagier gelegentlich nur vom Schiff aus anschauen. Der straffe Linienfahrplan gestattet nicht immer Landgänge. Die Hurtigruten sind eben keine Kreuzfahrtschiffe, sondern Linienschiffe. Sie fahren täglich und in der Regel pünktlich – auch zurück.

Für viele der kleinen Orte hoch im Norden sind sie noch immer unverzichtbar, um Waren und Frachtgüter zu erhalten oder Fisch und Meeresfrüchte zu verschicken. Das hat sich in den vergangenen 125 Jahren auch nicht groß verändert. Denn in der unwegsamen Küstenregion Nordnorwegens sind die Ortschaften auch heute noch umständlich auf Straßen zu erreichen. Der Landweg ist um vieles beschwerlicher als die Küstenroute. Und Luftfracht ist teuer.

Die Menschen und ihre Geschichten

Die Hurtigruten prägen seit Jahrzehnten das Leben der Menschen. Die Amerikanerin, die die norwegische Tradition der Salzernte wieder ins Leben gerufen hat. Heute stellen sie und ihr norwegischer Mann vermutlich das beste Salz der Welt her – zumindest behaupten das Spitzenköche. Die junge Bäuerin, die aus Ziegenmilch köstlichen Käse produziert. Oder den Königskrabbenfischer, der auch bei schlechtem Wetter den gigantischen Krabben nachstellen muss.

Die ehemaligen Postschiffe der Hurtigruten prägten das Land – und verbinden die Menschen bis heute. Noch Ende der 1970er Jahre waren die Schiffe der Hurtigruten im Winter für einige Orte die einzige Versorgungsmöglichkeit, heute bieten die Schiffe neben der Belieferung mit Waren vor allem willkommene Abwechslung. Es ist üblich, dass sich die Bewohner der kleinen Orte im Norden während des Be- und Entladens zum Kaffeetrinken auf den Schiffen treffen – neugierig beäugt von den mitreisenden Touristen.

Für die Sami, die Ureinwohner Skandinaviens, ist der Tourismus auf den Hurtigruten wichtig. Von ihren Rentieren können sie heute nicht mehr leben – von der Vermittlung ihrer Kultur und ihren Traditionen an die Touristen schon. Im Sommer ist das Leben hier hoch im Norden leicht – doch der Alltag im Winter hart.

Im Winter verzaubert das Polarlicht die Reisenden

Das Nordkap - faszinierend im Winter unter dem tanzenden Polarlicht.
Das Nordkap – faszinierend im Winter unter dem tanzenden Polarlicht. | Bild: NDR / Mathias Schulze

Im Winter geht die Reise mit dem Schiff südwärts. So hell der Sommer, so dunkel, gelegentlich auch düster und rau, geht es auf der Winterpassage zu. Die meisten Passagiere stört das nicht – sie warten mit großen Kameras auf den Höhepunkt der Winterreise – das Polarlicht. Und sie werden nicht enttäuscht. Wer einmal das Polarlicht beobachten durfte, wundert sich nicht über die mystischen Geschichten der Sami.   

Norwegens Hurtigruten – eine spektakuläre Seereise im Sommer wie im Winter.

Ein Film von Kati Grünig und Clas Oliver Richter

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