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Vor Neuseeland bilden Große Tümmler und Kleine Schwertwale Gemeinschaften, obwohl sie sich sonst überall spinnefeind sind.
Vor Neuseeland bilden Große Tümmler und Kleine Schwertwale Gemeinschaften, obwohl sie sich sonst überall spinnefeind sind. | Bild: WDR/BBC / Richard Robinson

UNBEKANNTE OZEANE (Folge 1)

Fisch nutzt Werkzeug

Der Großzahn-Lippfisch öffnet Hartschalenmuscheln, indem er sie an Korallenauswüchsen aufknackt, die er wie einen Amboss nutzt. Dieses Verhalten wurde erstmals professionell im Detail gefilmt.

Teufelsrochen knipsen Licht an

Dadurch, dass Teufelsrochen ihre umhangähnlichen Flossen beim Schwimmen auf und ab schlagen, gerät Plankton in Bewegung. Einige der Miniorganismen reagieren auf Störung, indem sie Licht produzieren (Biolumineszenz). Wenn die Teufelsrochen durch das Plankton gleiten, hinterlassen sie wunderschöne blaue Spuren. Dieses Phänomen wurde zum ersten Mal für "Der Blaue Planet" gefilmt – dank moderner, lichtempfindlicher Kameratechnologie.

Jäger und Gejagte bilden Jagdgemeinschaften

In Neuseeland gehen Kleine Schwertwale mit Großen Tümmlern, die sie gewöhnlich jagen, eine Kooperation ein. Die gegenseitige Kontaktaufnahme und gemeinsame Futtersuche der beiden verschiedenen Arten wurden bereits dokumentiert. Im Rahmen der Dreharbeiten von "Der Blaue Planet" wurde dieses Verhalten jedoch das erste Mal professionell sowohl aus der Luft als auch unter Wasser dokumentiert.

Fisch erbeutet Vögel im Flug

Dickkopf-Stachelmakrelen versammeln sich vor einem Strand, an dem junge Seeschwalben das Fliegen erlernen. Wenn die Vögel auf dem Wasser landen, attackieren die Fische sie von unten. Besonders beeindruckend ist, dass die Vögel, wenn sie tief genug über der Wasseroberfläche fliegen, von den Stachelmakrelen sogar im Flug gefangen werden. Die Fische schätzen die Fluggeschwindigkeit und die Entfernung genau ab und katapultieren sich aus dem Wasser. Dies erschien dem Filmteam zunächst wie "Seemannsgarn", hat sich aber tatsächlich als wahr herausgestellt. Das Verhalten wurde zuvor noch nie wissenschaftlich erforscht.

Dickkopf-Stachelmakrelen können bei ihrer Jagd auf Jungvögel sogar aus dem Wasser springen.
Dickkopf-Stachelmakrelen können bei ihrer Jagd auf Jungvögel sogar aus dem Wasser springen. | Bild: WDR/BBC

LEUCHTENDE TIEFSEE (Folge 2)

Zehnarmige Kannibalen

Mit dem Forschungsschiff Alucia begaben sich Filmteam und Wissenschaftler auf eine Expedition vor der zentralen Küste Chiles, um von einem Unterseeboot aus Humboldt-Kalmare zu filmen. Dabei fing das Team Bilder von jagenden Tintenfischen in der Tiefsee ein und wurde sogar Zeuge von Kannibalismus.

Methan-Eruption

Der Meeresboden der Tiefsee wirkt karg und reglos. Seine Sedimente bestehen allerdings aus organischer Substanz, die im Laufe von Jahrtausenden von der Oberfläche heruntergesunken sind und sich im Meeresboden teilweise zu Methangas verdichtet haben. Zum allerersten Mal filmte das "Leuchtende Tiefsee"-Team heftige Eruptionen von Gasblasen, die so groß wie Fußbälle waren und in einer Tiefe von ungefähr einem Kilometer aus dem Meeresgrund schossen.

Schlammvulkane auf dem Meeresgrund stoßen fußballgroße Methanblasen aus.
Schlammvulkane auf dem Meeresgrund stoßen fußballgroße Methanblasen aus. | Bild: WDR / BBC

Erstmals bemanntes Tauchboot in antarktischer Tiefsee

Kein Mensch war bisher an jenem Ort, den das Team auf seiner letzten Filmexpedition bereist hat – tausend Meter unterhalb eines driftenden Antarktis-Eisbergs von der Größe eines Häuserblocks. Die Filmemacher waren die ersten Menschen, die es schafften, die unvorstellbare Lebensvielfalt aus einem bemannten Tauchboot zu filmen: von Fischen mit Frostschutzmittel im Blut bis hin zu Feldern aus riesigen Schwämmen und Krill schwärmen, die im Dunkeln leuchten.

Zwei Jahre lang wurde der erste Tiefsee-Tauchgang in der Antarktis vorbereitet. Besatzung und Kameracrew der "Deep Rover" waren die ersten Menschen, die jemals in der Antarktis in 1000 Meter Tiefe vordringen konnten.
Zwei Jahre lang wurde der erste Tiefsee-Tauchgang in der Antarktis vorbereitet.  | Bild: WDR/BBC

Der lebenslange Honeymoon der Hochzeitskrabbe

Eine männliche und eine weibliche Krabbe geraten als Jungtiere in einen Gießkannenschwamm, sind irgendwann allerdings zu groß, um wieder aus ihm herauszukommen. Das bedeutet, dass sie den Rest ihres Lebens dort im "Käfig einer Ehe" gefangen verbringen müssen. Erstmalig wurden diese Krabben in der Tiefsee gefilmt.

Gut geschützt lebt ein Garnelenpärchen in einem Giesskannenschwamm. Doch der Schutz, den sie als Junglarven gesucht haben, hat seinen Preis: als Erwachsene sind die Garnelen zu groß, um den Schwamm wieder zu verlassen und sind lebenslang gefangen.
Garnelenpärchen in einem Giesskannenschwamm | Bild: WDR/BBC / Espen Rekdal

FASZINATION KORALLENRIFF (Folge 3)

Zeichensprache zwischen Fisch und Krake

Zackenbarsche beherrschen eine Art Zeichensprache, mit der sie artüberschreitend Kontakt aufnehmen und eine andere Tierart dazu bewegen können, ihnen bei der Jagd zu helfen. Bisher wurde diese Art der Zeichensprache in erster Linie bei Menschenaffen und Krähenvögeln wie Raben beobachtet.

Fisch mobbt Wurm

Im australischen Great Barrier Reef lebt der Riesenborstenwurm, ein großer Lauerjäger, der versteckt in einer Sandröhre auf seine vorbeischwimmende Beute wartet. Doch die Steinschnapper haben ein Konzept entwickelt, wie sie ihn überlisten können: Sie attackieren den Riesenborstenwurm per Wasserstrahl. Dadurch sind andere Fische gewarnt und schließen sich oft dem "Mobbing" an – bis der Räuber sich schließlich zurückziehen muss.

Anemonenfische als Möbelpacker

Sattelfleck-Anemonenfische leben im offenen Sand außerhalb der Riffe und haben kein hartes Substrat, auf dem sie ihre Eier ablegen können. Doch die Fische leisten Erstaunliches: Sie gehen aktiv auf die Suche nach Material, auf dem sie ihre Eier ablegen können, und ziehen oder schieben Objekte wie Plastikflaschen oder Kokosnussschalen, die ihre eigene Größe um ein Vielfaches übersteigen, zu ihren Brutplätzen.

Manta-Zyklone

In der Hanifaru-Bucht bewegen sich lange Reihen nahrungssuchender Mantarochen im Kreis und bilden eine Art Zyklon aus bis zu 150 Tieren – erstmals für die Serie aus der Luft gefilmt.

AUF HOHER SEE (Folge 4)

Walhai als "Schubberstein"

Seidenhaie und Schwarzspitzenhaie wurden zum ersten Mal dabei gefilmt, wie sie sich an schwangeren Walhaien vor den Galapagos-Inseln reiben – wahrscheinlich zur Hautpflege.

UNTERWASSERDSCHUNGEL (Folge 5)

Oktopus legt Rüstung an

Kraken sammeln Muscheln und Felsteile mit ihren Saugarmen und legen sie zur Tarnung als Schutzpanzer an. Selbst Haie, die sie trotzdem über ihr elektrisches Feld aufspüren, verwirren die Tintenfische derart, dass sie bei Zugriff flüchten können. Diese Verteidigungsstrategie wurde von dem Naturforscher Craig Forster erst kürzlich entdeckt und war der Wissenschaft bisher unbekannt.

Riesensepia blockt Annäherungsversuche durch weißen Streifen ab

Während mehrere Männchen um das Vorrecht der Paarung kämpfen, sind es eigentlich die schlauen Sepia-Weibchen, die eine Entscheidung treffen. Haben sie kein Interesse, zeigen sie dem Männchen einfach einen weißen Streifen am Mantelsaum.

EXTREMWELT KÜSTE (Folge 6)

Springende Schleimfische

Der Schleimfisch verbringt sein Leben an Felsenküsten statt im Wasser. Trotzdem muss seine Haut feucht gehalten werden, zudem ernährt er sich von Algen, die in der Brandungszone wachsen. Um aber nicht von den Felsen ins Wasser gespült zu werden, kann er gewaltige Sprünge vollführen. Sie übertreffen seine Körperlänge um ein Vielfaches. Will er ein Weibchen in seine Nisthöhle in den Felsspalten locken, zeigt er einen auffallenden, orangefarbenen Fleck auf seiner Rückenflosse.

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