Falsche Gewinnversprechen – Darauf müssen Sie achten

Falsche Gewinnversprechen
Fragwürdigen Gewinnspiel-Anbietern geht es vor allem um persönliche Daten

Gewinn-Nachrichten auf dem Handy kennt fast jeder. Ob Smartphone, Einkaufsgutscheine oder gar eine Reise – die per SMS versprochenen Preise klingen attraktiv. Doch was ist die Gegenleistung?

Wir probieren es aus und folgen dem Link in einer der Gewinn-SMS. Auf der Webseite werden alle möglichen persönlichen Daten von uns verlangt – Name, Adresse, Telefonnummer, aber auch Angaben zur Stromrechnung oder Haustieren. Und genau darum geht es.

Milliardengeschäft mit privaten Daten

Diese Daten sind das einzige, was die fragwürdigen Gewinnspiel-Anbieter interessiert, erklärt uns Dariusz Kogut. Der Vorsitzende des Vereins Antispam beobachtet die Szene schon seit Jahren kritisch. Diese Daten werden an Unternehmen verkauft, die an zielgruppenorientierter Werbung interessiert sind. Deshalb zum Beispiel auch die Frage nach dem Haustier – eine Information, die für jedes Unternehmen, das Tiernahrung verkauft, bares Geld wert ist.

Je nach Qualität des Datensatzes können fünf bis zehn Euro pro Satz erzielt werden. Und jeder Datensatz lässt sich mehrmals verkaufen. Ein lukratives Geschäft! Wer seine Daten einmal preisgegeben hat, wird sie kaum mehr einfangen können.

Angeblicher Gewinn: Luxusauto
Mit Traumgewinnen wird gelockt.

Vorsicht bei angeblichen Gewinnversprechen

Der ursprünglich versprochene Gewinn existiert häufig nicht einmal. Stattdessen versuchen die Anbieter und ihre Partner, leichtgläubigen Gewinnspiel-Teilnehmern das Geld aus der Tasche zu ziehen, indem sie ihnen am Telefon irgendwelche Abos aufschwatzen – für Lotto-Teilnahmen, Zeitschriften oder vermeintliche Serviceleistungen. Eine angeblich kostenlose Reise soll den Kunden den Abschluss schmackhaft machen.

Tipps zu Gewinnspielen

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Vermeintliche Gewinn-SMS sollen den Nutzen nur dazu verleiten, seine Daten einzutragen. Hier gewinnt nur einer: der Gewinnspielbetreiber.
- Hinter dem Link kann sich auch eine Abofalle verbergen, warnt die Verbraucherzentrale Sachsen, die die Mobilfunkrechnung steigen lässt.

- Verbraucher können sich anhand einer Schwarzen Liste der Verbraucherzentrale Hamburg informieren, ob ihre Gewinnbenachrichtigung seriös ist oder nicht. Die Liste wird regelmäßig aktualisiert. Die Verbraucherzentrale Hamburg nimmt auch Hinweise auf fragwürdige Gewinnspielunternehmen entgegen.

Spam-Versender tricksen Behörden aus

Legal ist das alles natürlich nicht. Das Versenden von Werbe-SMS setzt die ausdrückliche Einwilligung des Empfängers voraus. Dies gilt auch für die weitere Verwendung der Daten. Es drohen Abmahnungen durch Verbraucherschutzverbände oder die Abschaltung der Absender-Rufnummer durch die Bundesnetzagentur.

Doch die unseriösen Gewinnspielanbieter nutzen meist gefakte Nummern. Damit ist der Inhaber für die Behörden nicht ermittelbar und die Ansprüche sind nicht durchsetzbar. Da die Anbieter überdies meistens im Ausland sitzen, ist es schwer, Ansprüche rechtlich durchzusetzen.

Tipps zu Abo-Fallen

Wenn Sie ein angeblich kostenloses Abo angeboten bekommen, ist Vorsicht geboten, wenn:

- es ohne die Angabe vieler persönlicher Daten gar nichts gibt,
- die Bankverbindung abgefragt wird,
- es sich um ein so genanntes Probe-Abo handelt.

Eine Bankverbindung wird nicht gebraucht, wenn etwas kostenlos ist und bei einem Probe-Abo müssen sie genau hinschauen, wie es nach der "Probe-Zeit" weitergehen soll, sonst rutschen Sie schnell ungewollt in ein kostenpflichtiges Abo.

Die Betreiber von Abo-Fallen setzen darauf, dass die späteren Opfer:

- die Kosten und die Folgen der Nutzung des Angebots nicht genau prüfen,
- möglichst viele persönliche Daten, zumindest aber ihren Namen und ihre Adresse angeben
- und sich nicht gegen Zahlungsforderungen wehren, sondern klein beigeben.

Gutschein für eine "Gratis"-Reise
Was steckt hinter "Gratis"-Reisen?

"Gratisreise" nach Ostfriesland – wir waren dabei

Was sind das für Reisen, die einem da angeboten werden? Kosten sie tatsächlich nichts? Wir haben uns darauf eingelassen und eine solche Reise tatsächlich angetreten – nach Ostfriesland. Die erste Ernüchterung erfolgt schon bei der Reservierung: An vier von fünf Terminen wird ein "Saisonzuschlag" für die Reise fällig – da hat es sich schon mit der Kostenfreiheit. Am Zielort angekommen, wartet die nächste Überraschung: Das versprochene "gute Hotel" entpuppt sich als Motel, das seine besten Zeiten hinter sich hat.

Es liegt in einem kleinen Ort, öffentliche Busse, um sich in der Umgebung etwas anschauen zu können, fahren hier kaum. Wie praktisch, dass der Reiseveranstalter Ausflüge anbietet – natürlich kostenpflichtig. Das Komplettpaket mit vier Ausflügen kostet 169 Euro. Am Ende hat unser Reporter für die "Gratis"-Reise 250 Euro liegen lassen.

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