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Eltern eines getöteten Babys gesucht

Grabstein für den in Weißenfels tot aufgefundenen Säugling
Grabstein für den in Weißenfels tot aufgefundenen Säugling | Bild: dpa/Stadt Weißenfels / Vokoun

Mitte April 2017 wird im Garten eines Hauses in Weißenfels in Sachsen-Anhalt eine Babyleiche gefunden. Das Neugeborene liegt unbekleidet im Laub unter einem Obstbaum. Vermutlich wurde es über den Zaun geworfen. Die Obduktion ergibt, dass das Kind nach der Geburt gelebt hat und danach an massiver Gewalteinwirkung auf den Kopf gestorben ist.

Massengentest soll zur Mutter führen

Seit über einem Jahr sucht die Polizei in Weißenfels nach den Eltern des toten Babys. Zunächst sind die Ermittler davon ausgegangen, dass die Mutter in unmittelbarer Nähe des Fundortes leben könnte. Ein erster Massengentest von Frauen, die in einem Radius von 250 m um den Fundort wohnen, hat nicht zur Mutter des Babys geführt. Deshalb haben die Ermittler nun erneut einen Test angeschoben, diesmal mit wesentlich größerem Einzugsgebiet. Über 2400 Frauen sollen nun getestet werden – der Umkreis wurde auf 2 km um den Fundort erweitert.

Bis jetzt wurden 1700 Speichelproben genommen, davon wurde etwa 100 ausgewertet – ohne Treffer.

Bisher haben sich von den angeschriebenen Frauen 12  geweigert, eine Speichelprobe abzugeben. Die Abgabe einer solchen Probe ist freiwillig. Rechtliche Konsequenzen einer solchen Verweigerung gibt es nicht.

Zeugen gesucht

Die Ermittler wenden sich mit der bundesweiten Fahndung auch an Zeugen, die sich möglicherweise nur zeitweise in Weißenfels aufgehalten haben – und im Frühjahr 2017 bis Mitte April hier gewesen sind. In der Stadt gibt es ein großes Lebensmittelwerk, in dem das Personal häufig wechselt. Auch der größte Sanitätsstandort der Bundeswehr befindet sich in Weißenfels – und manche Soldatinnen und Soldaten sind monatelang auf Auslandseinsätzen unterwegs.

Die wichtigste Frage lautet nach wie vor: Wer kennt eine Frau, die vor Ostern 2017 einen Bezug zu Weißenfels hatte, damals schwanger war und jetzt kein Kind hat.

Hinweise bitte an
die Kriminalpolizei Halle/Saale, Tel. 0345 / 224 1291
www.polizei.sachsen-anhalt.de

Stand: 18.12.2018 09:56 Uhr