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Einbruch – Und plötzlich ist alles anders

PlayAlle vier Minuten wird ein Deutschland irgendwo eingebrochen.
Einbruch – Und plötzlich ist alles anders | Video verfügbar bis 05.11.2019 | Bild: dpa

In der dunklen Jahreszeit schlagen Einbrecher am häufigsten zu. Die Zahlen sind zwar deutschlandweit rückläufig – dennoch kann keine Entwarnung gegeben werden.

Nach wie vor findet in Deutschland alle vier Minuten ein Einbruch statt. Und die Einbrecher werden immer professioneller.

Die Polizei hat bereits vor drei Jahren auf die neue Bedrohung reagiert und spezialisierte Ermittlungseinheiten gegründet.

Profis teilen Arbeit auf

"Eine professionelle Tätergruppe zeichnet aus, dass sie arbeitsteilig vorgeht", sagt Markus Hentschel, Leiter der Abteilung Bandenkriminalität bei der Kriminaldirektion Mainz. Eine Person späht beispielsweise vorab den Tatort aus. Eine weitere Person übernimmt die Fahrdienste. "Und die werden eine Person haben, die am Tatort agiert, die möglicherweise besonders geschult darin ist, bestimmte Sicherungstechniken zu überwinden“" so Hentschel.

Der Anteil der ost- und südosteuropäischen Banden an Wohnungseinbrüchen stieg in den vergangenen Jahren rasant. Sie weisen eine hohe Mobilität auf und sind sehr schnell, erklärt Hentschel.

Einbruchswelle rund um Freiburg

Jahr für Jahr gibt es andere Einbruchs-Hotspots in Deutschland. Eine große Welle stellen Ermittler in diesen Tagen im Badischen rund um Freiburg fest mit mehreren Dutzend Einbrüchen. Weitere Hochburgen derzeit: Regionen mit zahlreichen Haushalten auf engem Raum wie das Ruhrgebiet, Berlin, Bremen und Hamburg.

Einbrecher gehen häufig sehr professionell vor.
Einbrecher gehen häufig sehr professionell vor. | Bild: dpa

Carsten Milius vom Bund Deutscher Kriminalbeamter: "Einbruchswellen führen wir in der Regel immer wieder auf reisende Tätergruppen zurück." Die Täter suchten sich ein bestimmtes Gebiet aus. "Die Mechanismen, die dahinterstecken, bleiben uns leider oftmals verborgen", so Milius. "Dann wird in dieses Gebiet eingefallen, es wird abgegrast. Sie können das mit einem Heuschreckenschwarm vergleichen. Und wenn das Gebiet abgegrast ist, zieht der Heuschreckenschwarm weiter in das nächste Gebiet."

Polizei-Einsatz in Hamburger Bar

Die Polizei hat in den vergangenen Jahren den Druck auf die Banden erhöht, so wie vor anderthalb Wochen in Hamburg. Im Stadtteil Billstedt kontrollieren die Beamten eine Bar. Sie gilt als Rückzugsort von Tatverdächtigen und deren Kontaktpersonen in Zusammenhang mit Einbruchsdelikten. 27 Personen werden überprüft, sechs von ihnen abgeführt. Es ist einer von vielen Nadelstichen, den die Polizei in der Einbrecherszene setzt. Doch Polizeiexperten sind sich sicher: Gebannt ist die Gefahr damit nicht.

"Wir stellen fest, dass es immer wieder dieselben Gegenden sind, die periodisch betroffen sind"; so Carsten Milius. Darunter fielen beispielweise bestimmte Vororte mit guter Autobahnanbindung.

Fenster und Türen sollten möglichst einbruchssicher gemacht werden.
Fenster und Türen sollten möglichst einbruchssicher gemacht werden. | Bild: dpa

Einbruchssicherung zuhause

Am häufigsten gelangen Einbrecher durch aufgehebelte Fenster und Türen in Wohnungen. Diese einbruchssicher zu machen, lohnt sich: Schaffen es die Täter nicht, binnen drei Minuten einzubrechen, geben sie häufig auf.

Die Beratungsstellen der Polizei bieten kostenlose Hilfe dabei, Ihr Zuhause einbruchssicher zu gestalten.

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) vergibt außerdem Fördermittel für den Einbau von Sicherungstechnik. Ab 2.000 Euro übernimmt der Staat 10 Prozent der Kosten.

Links zum Thema im WWW:

Informationen der Polizei Baden-Württemberg zum Thema Einbruchschutz

Netzwerk "Zuhause sicher" – Eine Initiative Ihrer Polizei

Stand: 18.05.2019 13:28 Uhr

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