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Diebstahl im Zug und am Bahnsteig – So gehen die Taschendiebe vor

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Diebstahl im Zug und am Bahnsteig – So gehen die Taschendiebe vor | Video verfügbar bis 05.11.2019 | Bild: dpa/Picture Alliance

Bahnreisende sind ein beliebtes Ziel von Diebesbanden. Über 53.000 Diebstähle hat die Polizei im vergangenen Jahr auf Bahnhöfen und in Zügen registriert.

Diebstähle am Bahnsteig:

Zwei Drittel der Diebstähle geschehen noch vor der Fahrt, am Bahnsteig. Die Reisenden sind oft in Eile oder abgelenkt. Ideale Bedingungen für Taschendiebe, um schmutzige Tricks anzuwenden.

Klecker-Trick:

Der Dieb bekleckert sein Opfer scheinbar aus Versehen, etwa mit Kaffee, Ketchup, Eis oder ähnlichem. Dann tut er so, als ob er die beschmutzte Jacke sauberwischen möchte und beklaut sein Opfer währenddessen. Ein Komplize steht bereit, um die Beute in Empfang zu nehmen.

Selbst wenn das Opfer den Täter stellt, ist dieser schon lang nicht mehr im Besitz der gestohlenen Ware. Die Diebe arbeiten zusammen, um ihr Risiko zu minimieren. Zunehmend sind professionell organisierte Verbrecher-Teams unterwegs.

Beim Einsteigen sind Reisende häufig abgelenkt – besonders, wenn sie angerempelt werden.
Beim Einsteigen sind Reisende häufig abgelenkt – besonders, wenn sie angerempelt werden.  | Bild: SWR

Drängel-Trick:

Einer oder mehrere Täter provozieren absichtlich einen Stau, beispielsweise indem einer von ihnen plötzlich vor dem Opfer stehen bleibt und es so "auflaufen" lässt. Das Opfer wird dadurch abgelenkt und merkt nicht, wie seine Wertsachen verschwinden.

Angebliche Einsteig-Hilfe:

Die Polizei warnt ebenso vor Dieben, die sich als Helfer ausgeben. Ein Täter gibt sich als hilfsbereiter Mitreisender aus und bietet an, die Tasche seines Opfers in den Zug zu tragen.

Während man beim Aufsammeln hilft, klaut der Komplize das Gepäck. (Nachgestellt)
Während man beim Aufsammeln hilft, klaut der Komplize das Gepäck (nachgestellt). | Bild: SWR

Münz-Trick:

Ein Täter lässt scheinbar aus Versehen Münzgeld fallen. Während das hilfsbereite Opfer beim Aufsammeln hilft, entwendet der Komplize des Täters sein Gepäck.

Diebstähle im Zug:

Im Zug fühlen sich Reisende häufig sicher und sind weniger wachsam. Dadurch werden sie zu leichten Opfern.

Jacke-Jacke-Trick:

Ein Geschäftsmann in Anzug und Mantel geht durchs Abteil. Er wirkt seriös, ist aber ein professioneller Taschendieb. Seine Masche: Er zieht seinen Mantel aus und hängt ihn so an den Haken, dass er dahinter unbemerkt in die Jacke seines Opfers greifen kann, die direkt daneben hängt. Er schnappt sich das Portemonnaie, leert es und steckt es in aller Ruhe wieder zurück. Anschließend verschwindet er.

Der „seriöse Geschäftsmann“ ist in Wirklichkeit ein Taschendieb.
Der "seriöse Geschäftsmann" ist in Wirklichkeit ein Taschendieb.  | Bild: Polizei

Das Opfer bemerkt zwar die Bewegung an der eigenen Jacke, stellt dann aber fest, dass das Portemonnaie noch da ist – und ist beruhigt. Dass das enthaltene Geld weg ist, merkt der Bahngast erst, als der Täter schon längst verschwunden ist.

Gefährdetes Reisegepäck:

Rucksäcke, Taschen etc. sollten im Zug immer so platziert werden, dass man sofort merkt, wenn sich jemand daran zu schaffen macht. So können Diebe beispielweise leicht von hinten auf Taschen zugreifen, die unter dem Sitz des Vordermannes liegen.

Schlafende Reisende:

Wer im Zug einschläft, ist ein besonders leichtes Opfer für Taschendiebe. Die schrecken auch nicht davor zurück, mit einem scharfen Messer Handy oder Portemonnaie aus der Hose des Schlafenden herauszuschneiden.

Bahndiebstähle
Bahndiebstähle | Bild: dpa

Wachsam sein!

Wer die Tricks der Diebe kennt, ist besser gegen sie gewappnet. Grundsätzlich empfiehlt sich ein gesundes Misstrauen.

So kann der Rucksack leicht von hinten unter dem Sitz durchgezogen werden.
So kann der Rucksack leicht von hinten unter dem Sitz durchgezogen werden.  | Bild: SWR

Handtaschen sollten in großen Menschenansammlungen mit dem Deckel zum Körper hin getragen werden, damit niemand unbemerkt hineingreifen kann. Der Geldbeutel in einer vorderen Hosentasche ist besser geschützt, als in der Gesäßtasche.

Links im WWW:

Polizeiliche Kriminalprävention: Taschendiebstahl. Augen auf – Tasche zu

Polizeiliche Kriminalprävention: Broschüre Schlauer gegen Klauer

Stand: 18.05.2019 13:28 Uhr

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