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New York: Neue Bedrohung – Kawasaki-Syndrom bei Kindern

PlayEin junger Mann sitzend in einem Rettungswagen
New York: Neue Bedrohung – Kawasaki-Syndrom bei Kindern | Bild: BR

Jack ist ein amerikanischer Teenager, der seine Smoers liebt – ein Marshmallow-Sandwich über dem Feuer geröstet. Dass der 14-Jährige das mit seiner Familie wieder genießen kann, war vor zwei Wochen keineswegs klar: er kämpfte in der Intensivstation um sein Leben.
Jack war schon einige Tage krank, als es über Nacht richtig schlimm wurde: Der Corona-Test war zunächst negativ und doch ging es ihm ständig schlechter. Schließlich brachten seine Eltern ihn ins Krankenhaus. Der zweite Test zeigte: Jack war Covid-positiv.
Sein Vater John durfte immer bei ihm bleiben. Aber nur ein Elternteil war erlaubt.

Sieg über das Virus

Jack hat diesen Kampf gewonnen: kurz bevor er doch intubiert werden sollte, hat sein Körper das Virus besiegt. Nach elf Tagen im Krankenhaus und einer kurzen Erholungszeit ist er schon fast wieder in alter Form.

Jack ist eines von über 150 New Yorker Kindern, die wegen der neuen Entzündungskrankheit MIS-C in den Krankenhäusern behandelt werden. Zu den Symptomen gehört auch Ausschlag, ähnlich wie bei der seltenen Kawasaki-Krankheit. New Yorker Kinderärzte bringen die neue Krankheit in Verbindung mit Covid-19, denn darauf weisen alle Testergebnisse hin. Jetzt hat auch die amerikanische Gesundheitsbehörde CDC eine Warnung an alle US-Kinderärzte geschickt, damit sie auf die neue Krankheit vorbereitet sind.

Jayden ist wieder zurück

Auch der achtjährige Jayden ist eines der betroffenen Kinder. Er hat nur knapp überlebt, nachdem sein Herz stillstand. Als seine Eltern ihn nach zehn Tagen aus dem Krankenhaus abholen, geht es ihm noch schlecht. Er kann kaum laufen und hat durch den Schock und die Anstrengung die Sprache verloren.
Zuhause in Queens wartet die ganze Nachbarschaft auf den Jungen und die Feuerwehr hat sogar ein Ehrenspalier gebildet. Sie waren in nur zwei, drei Minuten bei ihm und haben ihn wiederbelebt. Auch der Sanitäter der Feuerwehr, Tommy Gonzalez, ist glücklich, dass er Jayden retten konnte.
Ohne seinen Bruder Tyron würde Jayden nicht mehr leben: Jaydens Herz hatte versagt und nur, weil Tyron bei den Pfadfindern Erste Hilfe erlernt hatte, konnte er seinen kleinen Bruder retten, bis die Feuerwehr eintraf.
Jayden musste beatmet werden, Organversagen vermutlich durch Covid-19. Seine Familie konnte nur warten. Nachdem der erste Corona-Test negativ ausfiel, war der Antikörpertest schließlich positiv. Erst später stellte sich heraus, dass Jayden eine unerkannte Herzvorerkrankung hatte.

Anfängliche Ungewissheit

Auch bei Jack, einem der ersten Patienten, war anfangs unklar, was seine Symptome ausgelöst hatte. Vier Wochen später wissen die Ärzte schon viel mehr: eine Überreaktion des Immunsystems sorgt für die Entzündung der Blutgefäße. Manchmal wird der Herzmuskel selbst angegriffen und die Arterien entzünden sich. Fast alle betroffenen Kinder waren vor ihrer Covid-19-Infektion kerngesund. Und sie können auch wieder ganz gesundwerden, wie Jack.

Jack und sein Vater John sind zusammen durch diese harte Zeit gegangen. Jetzt sehen sie zusammen nach vorne: John ist glücklich. Besser wird es nicht mehr, oder?

Autorin: Christiane Meier, ARD New York

Stand: 24.05.2020 22:04 Uhr

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Bayerischer Rundfunk
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