SENDETERMIN Do., 16.04.20 | 05:30 Uhr | Das Erste

Service: Kinder und Corona

mit Inge Kutter, Chefredakteurin, Die Zeit Leo

PlayHomeoffice und Kinder
Service: Kinder und Corona | Video verfügbar bis 16.04.2021 | Bild: WDR

Es nicht einfach, im Homeoffice zu arbeiten und gleichzeitig die Kinder zu betreuen. Wie kann der Alltag mit der Familie in dieser besonderen Situation so gestaltet werden, dass die Kinder sinnvoll beschäftigt sind und Zeit für die Arbeit bleibt?

Langeweile sinnvoll nutzen

Das Schwimmtraining ist abgesagt, die Gitarrenstunde fällt aus. Die Theateraufführung ist auf unbestimmte Zeit verschoben, und die einzige Kulisse, die zur Verfügung steht, sind die eigenen vier Wände. Da kommt schnell Langeweile auf. Doch das kann gar nicht schaden. Experten betonen immer wieder: Erst wenn Kinder auf sich selbst zurückgeworfen würden, könnten sie ihre Kreativität entfalten. Nutzen Sie daher ruhig die aktuelle Situation um bei Ihren Kindern Langeweile entstehen zu lassen, die sonst aufgrund der Vielzahl an Aktivitäten zu kurz kommt. Wenn Sie die Begleiterscheinungen dieser Langeweile aushalten, kann sich daraus viel kreatives Potenzial ergeben, und die Kinder können wieder lernen sich selbst zu beschäftigen.

Ablenken von der Anspannung

Auch Erwachsene tun sich schwer mit der Langeweile. In noch kürzeren Abständen als sonst wird zum Smartphone gegriffen: Wie sind die aktuellen Fallzahlen? Was wird über die Belastung der Krankenhäuser berichtet? Hat sich der Vater, die Schwester, die Freundin gemeldet? Jede Aktivität lenkt von der Anspannung ab, die sich zusammen mit dem Virus verbreitet. Diese Anspannung überträgt sich natürlich auch auf die Kinder.

Hinzu kommt die Doppelbelastung Kinderbetreuung und Homeoffice unter einen Hut zu bringen. Wichtig ist, dass wir alle mehr Flexibilität und Toleranz brauchen und schlicht akzeptieren müssen, dass nicht alles so funktioniert wie sonst. Lehrkräfte müssen akzeptieren, dass nicht alle Home Schooling-Aufgaben pflichtgemäß erledigt werden können, Arbeitgeber müssen akzeptieren, dass zwei Eltern zuhause gerade schlecht zwei Vollzeitjobs schaffen können und das während der Videokonferenz auch mal ein Kind auftaucht. Und Eltern dürfen die Ansprüche an sich selbst und an ihre Kinder herunterschrauben.

Kinder verantwortungsvoll einbeziehen

Reden Sie mit Ihren Kindern über das was gerade passiert: Ruhig und sachlich. Verschweigen ist im Moment sowieso nicht möglich. Und Kinder bekommen immer mehr mit, als man denkt. In ihren Köpfen können dazu die irrsten Bilder entstehen, teilweise auch unverhältnismäßige Ängste. Dagegen hilft es, zu erklären. Sie können Ihren Kindern dabei auch ruhig etwas zumuten. Sagen sie ihnen die Wahrheit, aber gehen sie nicht zu sehr ins Detail. Szenen aus italienischen Krankenhäusern können beispielsweise zu beängstigenden Fantasien führen. Sie können auch ruhig eigenes Unwissen zugeben. Kinder können gerne erfahren, dass Erwachsene nicht immer alles wissen.

Mehr infos

Weitere Informationen

• Kostenloser Newsletter gegen den Corona-Koller für Kinder von ZEIT LEO
https://verlag.zeit.de/freunde/vorteil/post-von-zeit-leo/post-von-zeit-leo/

• Corona-Lexikon für Kinder
https://www.zeit.de/gesellschaft/familie/2020-03/fragen-coronavirus-kinder-einfach-erklaert-viren-homeoffice-ansteckung

• Kinderbetreuung während Corona mit kreativen Ideen um die Kinder zu beschäftigen von Inge Kutter
https://editionf.com/kinderbetreuung-waehrend-corona-5-kreative-ideen-um-die-kleinen-drinnen-zu-beschaeftigen/

• Universität Trier: Coronavirus - Tipps für Eltern
https://www.uni-trier.de/index.php?id=72512

Stand: 16.04.2020 07:12 Uhr

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